Seegraswiesen

Eine besondere Zone, in der das Seegras den beweglichen Untergrund in ein stabiles, artenreiches und produktives System verwandelt.

Seegraswiese bei Los Abades, Teneriffa

Auf Sand- und Feinsandböden mit wenig Welleneinfluss und ausreichend Licht (zwischen 5 und 30 m) lebt eine höhere Pflanze, das Seegras (Cymodocea nodosa). Mit seinen Wurzeln durchdringt und stabilisiert es den Untergrund bis in etwa 30 cm Tiefe und bildet so ein komplett neues, artenreiches und sehr produktives Ökosystem.

Die grasähnlichen Blätter wachsen etwa 30 – 40 cm hoch und produzieren ähnlich viel Sauerstoff wie eine Wiese an Land. Ausserdem bieten sie den sesshaften Organismen einen festen Platz, um sich zu verankern, viele Möglichkeiten, sich zu verstecken und Nahrung für eine Vielzahl von Tieren. Darum ist die Seegraswiese der Ort, wo viele Fischarten ihre Eier ablegen. Man findet die Jungtiere der Streifenbrassen, Felsbrassen, Papageifische, Drückerfische und viele mehr.

Seegras durchwurzelt und stabilisiert den Sandboden

All dies sind wichtige Gesichtspunkte, die bewirkt haben, dass dieses Ökosystem europaweit zu einem generell geschützten Gebiet erklärt worden ist. Das Seegras wächst vor allem über Wurzelausläufer, die den Sandboden durchdringen und die dort, wo sie ans Licht kommen, wieder neu austreiben. Wenn die Sedimentation zu stark oder wenn das Sediment zu fein ist, können die Wurzeln nicht atmen und die Pflanze stirbt ab. Wenn die Umweltbedingungen sich nur ein wenig geändert haben, beginnt eine giftige Algenart das Gebiet zu besiedeln (Caulerpa prolífera), die den Aufwuchs von Kleinorganismen nicht erlaubt und das Ökosystem verarmt.