13.06.17 Reiche Mineralienfunde im Südwesten der Kanaren

Man fragt sich hier so manchmal, weshalb die Inseln so reichlich mit europäischen Geldern bedacht werden, in einigen Fällen ohne Hand und Fuss. Der reichhaltige Mineralienfund im Südwesten der Kanaren mag eine sinnvolle Erklärung bieten. GOMERA VIVE hat recherchiert.

Beantragte Erweiterung der spanischen Wirtschaftszone (Instituto Español de Oceanografía)

Die bereits 2016 bei der Uno beantragte Erweiterung der spanischen exklusiven Wirtschaftszone spricht für sich. Bei einer britischen Vermessung des Meeresbodens waren 2015 eine Reihe von sogenannten Seamounts beschrieben worden. Das sind Erhebungen, die deutlich aus dem Meeresboden herausragen und teilweise bis in die Nähe der Wasseroberfläche reichen. 250 Meilen (463 km) südwestlich von El Hierro ragt einer dieser Berge aus dem Ozeanboden, dem in dieser Studie das Vorhandensein von möglicherweise 2670 Tonnen Tellur nachgesagt werden.

Situation des Seamounts „Tropic“

Um die Nutzung der reichen Vorkommen von verschiedenen Metallen in den Kobaltkrusten der Unterwasser-Steilhänge im Lande zu halten, soll die Ausdehnung der „Küstenplattform“ der Kanaren erweitert werden. Im gleichen Zug würde die Ausschliessliche Wirtschaftszone Spaniens automatisch wachsen. So hätte Spanien die souveränen Rechte an der Ausbeutung dieses Gebietes.

Noch sind die Nutzungen solcher „Schätze“ nicht rentabel, für die Zukunft bestehen da aber gute Aussichten. Interesse für die Nutzung der Bodenschätze haben jedenfalls gleich 8 Länder angemeldet.

Eisen -Mangan -Krusten über dem Untergrund und auf Lockermaterial vom Meeresgrund

Kontrovers diskutiert wird vor allem über die beim Abbau der Erze stattfindende, möglicherweise sehr starke Schädigung der Umwelt, da der Untergrund entweder von grossen Sammelmaschinen durchpflügt oder gar komplett abgehobelt wird. Der direkte Prozess würde eventuell vorhandene Lebensgemeinschaften komplett vernichten und die entstehende Staubwolke in grösserer Umgebung indirekt für Sedimentablagerungen sorgen, die den normalen Satz um ein Vielfaches übertreffen.

Rote Hornkoralle (Leptogorgia ruberrima)

Dies hätte dann Konsequenzen für die filtrierenden Organismen wie Schwämme und Muscheln, da sich der Anteil an anorganischem Material in den Schwebstoffen so verstärkt, dass ihre Nahrungsaufnahme nicht mehr effektiv ist. Noch schlimmer würde es generell allen am Untergrund festgewachsenen Organismen wie Korallen, Schwämmen, und verschiedenen Seescheiden gehen, da sie einfach unter der Sedimentschicht verschwinden.