Geologie

Vulkanismus hat die Insel in verschiedenen Phasen aufgebaut. 2 Millionen Jahre Erosionsarbeit haben sie dann zernagt und eine Menge freigelegt: Gesteine und Entstehung der Insel.

Hier geben wir Ihnen eine kurze Zusammenfassung der verschiedenen Theorien zur Entstehung der Kanaren und La Gomeras. Daneben finden Sie Informationen zu den auf La Gomera erkennbaren geologischen Strukturen.

In einigen alten Schriften heisst es, die Kanaren wären die Reste des im Meer versunkenen Kontinents Atlantis. Schon die Wassertiefen zwischen den Vulkaninseln belegen, dass sie keinesfalls Teile eines Kontinents sind, sondern aus dem hier etwa 2000 – 4000 m tiefen Meeresboden herausgewachsen sind.

Die Tätigkeit verschiedener vulkanischer Komplexe hat in ihrer mehr als 30 Millionen Jahre dauernden Geschichte die Kanarischen Inseln hervorgebracht. Mit Hilfe verschiedener Theorien versuchen nun die Wissenschaftler die Ursache für diese vulkanische Aktivität zu rekonstruieren.

Theorien zur Entstehung der Kanaren

Schematische Abbildung des Mechanismus zwischen kanarischem Hotspot und NW-Afrika. S. Duggen, IFM-GEOMAR.

Nach der “Theorie der sich ausbreitenden Spalte” könnte im Zusammenhang mit der Auffaltung des Atlasgebirges in Nordafrika eine nach und nach den Ozeanboden in westsüdwestlicher Richtung invadierende Schwächezone den Aufstieg von Lava ermöglichen und so die Entstehung der von Ost nach West immer jüngeren Inseln mit sich gebracht haben.

Die “Theorie der sich hebenden Blöcke” basiert vor allem auf dem Vorhandensein von Blöcken des “Basalkomplexes”, aus dem Ozeanboden aufgestiegenen Materialien aus Sedimenten, die z. B. im Massiv von Betancuria auf Fuerteventura in bis zu 300 m über der Meeresoberfläche zu beobachten sind. Die durch den Druckabfall unter den aufsteigenden Blöcken teilweise gasförmig gewordene Magma drängt nach oben und führt letztendlich zur Überlagerung dieser durch vulkanisches Material.

Die Theorie des Blubbs

Die momentan gängigste Theorie ist ein Zusammenschluss dieser beiden Ansätze mit dem eines Hotspots unter der Erdkruste, einer Temperaturanomalie ähnlich der Situation der Hawaiianischen Inseln. Im einfachsten Erklärungsansatz ist dies ein heisser Fleck innerhalb des Erdmantels, hervorgerufen durch Konvektionsströmungen heisser, zähflüssiger Magma unter der Erdkruste, die in den letzten 80 Millionen Jahren dafür gesorgt hat, dass diese von unten angeschmolzen und gleichzeitig Magma aus dem Mantel an die Oberfläche transportiert wurde. Dieser Bereich hat sich mit der Öffnung des Atlantiks, der sich immer noch um etwa 1 cm pro Jahr erweitert, nach Westen verlagert und so mit der Zeit die Bildung der einzelnen Inseln vorangetrieben. In den letzten Jahren wurde es immer schwieriger, mit der Theorie dieses “Heissen Flecks” die fortdauernde Aktivität in Fuerteventura und Lanzarote zu erklären. Eher spricht man heute vom Modell des “Blob” von Hoernle und Schmincke, von schräg aufsteigenden Blasen tiefen Mantelmaterials, die unter der Erdkruste kleben bleiben und für den Nachschub mit Magma sorgen. Gelegentlich steigen neue Blasen auf und führen zu einer erneuten vulkanischen Aktivitätsphase. Insgesamt verlagert sich die Zone aufsteigender Magmablasen langsam nach Westen, was die grobe Verschiebung der Hauptaktivitätszone und die Bildung “neuer Inseln” jüngeren Alters wie La Palma und El Hierro ermöglicht hat.

Im Herbst 2011 war der letzte Ausbruch auf den Kanaren, vor der Südküste El Hierros.

La Gomera:

Entstehung La Gomeras nach Anguita 2002, verändert

La Gomera soll vor etwa 12 Millionen Jahren das Licht der Welt erblickt haben. Nach dieser Datierung wäre die Insel älter als Teneriffa, obwohl diese ja weiter im Westen liegt. Die älteste Probe wird in jüngsten Studien auf 11,87 Millionen Jahren datiert (vorherige Datierungen des Basalkomplexes lagen bei 15 – 20 Mio Jahren).

Zuerst hat sich ein Massiv bis kurz unter die Wasseroberfläche gehoben, welches bald von einem Korallenriff gekrönt wurde. Dieser sogenannte Basalkomplex tritt in der Zone von Vallehermoso in Erscheinung. Hier mischen sich sehr stark verformte Plutonite mit Sedimenteinschüben, durchsetzt von Gesteinsgängen.

In der nächsten Eruptionsphase wurde zwischen 10,5 und 6,4 Mio Jahren das sogenannte alte Gebäude gebildet. Hierbei handelte es sich um einen 22 km breiten Schildvulkan, der zwischen 1300 und 1900 m hoch gewesen sein soll. In der Zeit des „oberen alten Komplexes“ vor 9 – 6,4 Mio. Jahren hat sich der Vulkanismus nach Süden verlagert. Teile des alten Komplexes findet man in vielen Bereichen des Nordens und in den tieferen Schluchten des Südens.

Die Orgelpfeifen: Eine Intrusion aus Trachyphonolit aus der letzten vulkanischen Phase, vor der Küste von Vallehermoso

Nach einer Phase der Erosion von etwa 1 Mio. Jahren hat sich vor 5,7 – 4 Mio. Jahren der jüngere Komplex, ebenfalls in der Form eines Schildvulkanes, darübergelegt. Seine Lavaflüsse bedecken komplett das Zentrum der Insel und die südlichen Bergrücken.

Die beeindruckendsten vulkanischen Strukturen La Gomeras sind sicher die sogenannten Roques und die Orgelpfeifen von Vallehermoso.

Die beste Zusammenfassung der geologischen Zusammenhänge finden sie unter:

http://kanalmusik.de/wordpress%202/?p=1