16.12.21 Schlangen auf dem Vormarsch auf Gran Canaria

Kalifornische Kettennatter (Lampropeltis getulae) Foto: Canarias ahora

Die häufig in Terrarien gehaltene Kettennatter (Lampropeltis getula californiae, culebra real, bis 1,7 m, mittel 1,2 m) ist erst in den letzten Jahren im Süden Gran Canarias aufgetaucht und dort zu einer ernsthaften Bedrohung für Rieseneidechsen und andere Reptilien geworden.

Die dichteste Population befindet sich in der Umgebung des Ortes Telde. Die Kettennatter ist in jedem Gelände zwischen 0 und 1800 m Höhe anzutreffen, ernährt sich von allen Kleintieren und ihren Eiern und ist zwischen 15 und 31 Grad am Aktivsten.

Im Rahmen von Fangaktionen der dortigen Inselregierung sind in den Jahren 2011 – 2015 durchschnittlich mehr als 500! Exemplare gefangen worden. Im Jahr 2019 lag die Ziffer vom 01.01 bis zum 12.09 bei 981 Exemplaren, 2020 waren es bis zum 18.11.2020 ganze 1978 Tiere, 2021 konnten 2589 Schlangen gefangen werden!

Kettennatter albino (Lampopeltris getulae) Foto: Canarias ahora

Die Population wird auf etwa 20.000 Exemplare geschätzt. 2018 wurde nach einer anderen Quelle die Schätzungen der Zahl der freilebenden Tiere auf 30.000 erhöht. Funde sollten deshalb in jedem Fall gemeldet werden. Für Menschen ist sie völlig ungefährlich, vor allem bei den endemischen Eidechsen und Skinken stellt sie eine Gefahr für den Bestand dar. Nach einer Zeitungsnotiz vom Dezember 2021 verringern sich in von den Nattern bevölkerten Gebieten die Populationen der Rieseneidechsen um 99 %, die der Skinke um 80% und die der Geckos immerhin um 50 %! Ein ökologisches Desaster, weil diese Arten eine Schlüsselrolle bei der Verbreitung einiger Pflanzenarten und bei der Kotrolle verschiedener Insekten spielen. Ein von der EU gefördertes „Life“-Projekt versucht über die Zusammenhänge zu erklären und die Auswirkungen klein zu halten.

Es wäre wirklich sehr wichtig, die schon auf den Inseln Teneriffa und La Palma angetroffenen Tiere sofort zu melden, wenn man sie irgendwo antrifft.