Der Märchenwald

In den feuchten Gipfellagen gedeiht ein märchenhaftes Relikt aus vergangenen Zeiten, der Lorbeerwald. Begleiten Sie uns in die moosbehangenen Kammlagen.

Gehzeit 3 – 4 Stunden, Höhenunterschied + 300/- 250 m.

Wir starten bei Arure und wandern in der ersten Stunde noch durch landwirtschaftliche Anbauflächen. An der Grenze zum Nationalpark zeigt sich, wie sehr sich die Einrichtung eines Naturschutzgebietes auswirken kann.

Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Verwaltung des Waldes den Gemeinden übertragen. Ab den 40er Jahren gehörte der Wald zum staatlichen Katalog der Nutzwälder, erst seit den 50ern wurde mit der Einführung der Gasflasche das Überleben des Waldes gesichert.

1981 wurde der Nationalpark eingerichtet. Da es keinen kalten Winter gibt, sind viele Pflanzen, die Sie von Deutschland her kennen, hier viel grösser und mehrjährig, wie die Baumheide und die Gänsedistel.

Diese Wanderung führt uns in die Kammlagen, moosbehangene Bäume und Nebel rufen heimatliche Gefühle hervor… Bruma = Nebel, Manantiales = Quellen, die Ortsbezeichnungen haben vielfach mit Wasser zu tun und an vielen Stellen des Weges begleitet uns eine Wasserleitung zur Bewässerung der Felder in den nahegelegenen Dörfern.

Aussicht auf Vallehermoso

Der Nationalpark umfasst das am besten erhaltene Überbleibsel einer Vegetation, die im Tertiär auch im Mittelmeerbereich vorhanden war, durch die Eiszeiten dort aber verdrängt worden ist. Viele der Pflanzen haben nahe Verwandte im Norden Afrikas oder in Asien, Zeugen einer weiten Verbreitung in der Vergangenheit. Wir passieren den Bereich von Las Creces (Früchte des Gagelbaumes), am Ende der Wanderung kommen wir nach Las Hayas.

Flora: Die Vegetation wird von vielen Baumarten wie Kanarenlorbeer, wilde Avocado, Kanarische Stechpalme, Baumheide, Gagelbaum, aber auch vielen krautigen Pflanzen wie dem Kanarischen Hahnenfuss, Zitronenstrauch, Gänsedisteln, Bergminze, Kanarischer Storchenschnabel und dem Gomeraveilchen ausgemacht. Grosse Exemplare des Gagelbaumes mit riesigen, Jahrhunderte alten Wurzeltellern, aus denen immer neue Bäume austreiben, zeugen vom Alter dieses Waldes.

Fauna: Unter den Tieren findet man gelegentlich die Hausratte, Amseln, Lorbeertaube, Sperber, Waldschnepfe, Blaumeise, Rotkehlchen, Buchfink und Wintergoldhähnchen.

Die Insekten sind mit vielen Schmetterlingen wie dem Waldbrettspiel, dem Kardinal und dem Zitronenfalter vertreten.

Das Wintergoldhähnchen, den kleinsten Vogel Europas, kann man am Ende des Winters schon bei der Balz beobachten und hört dann überall seine wispernden schnellen Flötentone. Der Mensch hat diesen Wald für den Bau von Häusern, Möbeln und anderen Utensilien genutzt, ausserdem wurde Brennholz geschlagen und Holzkohle hergestellt. Die krautigen Pflanzen dienten als Futter und Streu für das Vieh. In der Zeit der gräflichen Herrschaft wurde der gesamte Bereich des Parques Eigentum des Grafen und die Nutzung war strikt geregelt.